Frei im Leben

„Im Herzen der Gewalt“ ist ein starkes, ein existenzialistisches Buch: Édouard Louis schreibt in dem Roman über die Freiheit, die Welt zu verändern und in ihr Neues anzufangen. Louis zeigt sich als ein philosophischer Autor und erinnert mit seinen Arbeiten an die französischen Schriftsteller Jean-Paul Sartre oder Albert Camus. Da kann man gespannt sein, was noch kommt, vielleicht ja ein Theaterstück, von den Theatern wurde Édouard Louis schon längst entdeckt. Die Texte stecken ja auch voller Theatralität. Chapeau!

„Der Mensch ist nichts anderes als sein Entwurf; er existiert nur in dem Maße, in dem er sich entfaltet.“ Jean-Paul Sartre

Hallo Leipzig! #LBM19

Meine zweite Buchmesse in Leipzig, ich kann sagen: Das ist eine wunderbare Sache mit Leipzig und mit der Buchmesse. Anreise am Mittwoch – am Donnerstag dann auf zur Messe Leipzig, mit der S-Bahn, noch schnell akkreditieren, – dann geht es los. Ein Twitter-Blitz-Interview mit Jaroslav Rudis – der mit seinem Buch „Winterbergs letzte Reise“ für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war. Ein sehr netter Start.

Dann ist Wolf Biermann zu Gast auf der DLF-Kultur-Bühne und spricht über sein Buch „Barbara“. Aus der Online-Redaktion stellen wir im Anschluss Biermann folgende Frage: Lieber Herr Biermann, wie beurteilen Sie die politische Lage in Deutschland? Die Antwort auf den Punkt und als Zitat-Kachel über 2.300 Mal geteilt.

Der Freitag ging schnell um, Aufgaben, die vom Donnerstag übrig waren und dann Bela B. Große Aufregung an und hinter der Bühne, – und großer Andrang, als Bela B. Felsenheimer über seinen Roman „Scharnow“ spricht. Hinter der Bühne hatte der Ärzte-Drummer noch Zeit auf einen Kaffee. Spannende Thesen gab es von Harald Welzer.

Samstag, – heute geht es schon wieder nach Berlin zurück, aber vorher noch volles Programm auf der Bühne, Sophie Passmann, Ferda Ataman und den Nachmittag mit dem Bücherfrühling und einen tollen Auftritt von Saša Stanišić: Woher komme ich? Dieser Frage geht der Schriftsteller in seinem Buch „Herkunft“ nach. Im Anschluss ein kurzes Gespräch mit ihm hinter der Bühne; über sein Schreiben, Leipzig und den HSV.

Diese Buchmesse hat mir gezeigt, dass die Literatur etwas Lebendiges ist, dass Leipzig fasziniert ist von der Literatur, – dass es Freude macht, dabei zu sein, wenn Autorinnen und Autoren über ihrer Bücher sprechen, wenn die Leserinnen und Leser zuhören – wenn Spannung entsteht, zwischen Mensch, Buch und Stadt.