Auf die Presse!

„Pressefreiheit ist die DNA jeder Demokratie“ – Udo Lindenberg. (Foto: Matthias Dreier)

Anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit am 3. Mai hatte die Initiative Freundeskreis #FreeDeniz zu einem Konzert vor dem Brandenburger Tor geladen. 

Angekündigt hatten sich Antilopen Gang, Jasmin Tabatabai, Jilet Ayse, PeterLicht, sookee, Andreas Dorau, Sultan Tunc, Notwist, Die Sterne, Christiane Rösinger, Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen, Mikail Aslan und der taz-Chor – und sie waren auch alle gekommen.

Das Solidaritätskonzert „Auf die Presse!“ wurde von der Initiative Freundeskreis #FreeDeniz mit Unterstützung von Amnesty International, Reporter ohne Grenzen Deutschland, KulturForum TürkeiDeutschland und Medienpartnern organisiert.

Die Bands hatten jeweils ca. 20 Minuten Zeit für ihren Auftritt, drei Stücke . Das waren vier Stunden Musik im Schnelldurchlauf. In den Umbauphasen gab es Redebeiträge. 

Die Band Antilopen Gang stand gleich zweimal auf der Bühne – hier zum Abschluss des Abends.(Foto: Matthias Dreier)

Aber an dem Abend ging es nicht nur um Deniz Yücel: In der Türkei sitzen über 150 Journalisten wegen ähnlich absurder Vorwürfe im Gefängnis, weltweit mindestens 350 Journalisten. Demokratie lebt von freier Berichterstattung! 

Another World

Seit 2009 (dem Album XX) spielen The xx sich mit ihrem Sound in die Herzen der Fans. Auf ihrer „See-You-Tour“ machte die Band aus London auch Station in Berlin. In der Arena in Treptow. 9000 Fans kommen: Beim Einlass stehen die Leute in einer endlosen Schlange bis nach Kreuzberg. Die Arena ist voll, proppenvoll, – die Spannung steigt.

Als die Band auf die Bühne kommt ist der Jubel groß, der Sound umarmt die Leute, er lässt sie bis zum Ende nicht mehr los. Die Musik ist weich, zart; manchmal ist der Beat hart, – dann zeigt sich, dass The xx den Weg auf den Dancefloor gefunden haben. Ein rundum schönes Konzert.

Am Schluss fragt man sich welche Stimme war besser, die der Gitarristin Romy Madley Croft, die des Bassisten Oliver Sims oder waren es die Beats von Jamie xx Smith: es ist der Dreiklang – zusammen sind sie The xx.

Das Leben ist anderswo

Benedict Wells wurde 1984 in München geboren. Nach dem Abitur 2003 zog er nach Berlin. Dort entschied er sich gegen ein Studium und widmete sich dem Schreiben. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit Nebenjobs.

Der Lebenslauf liest sich, wie der von Jesper Lier, der Hauptfigur in Wells Roman „Spinner“. Auch er zieht von München nach Berlin, zum studieren, schreibt sich aber nur an der Uni ein und hat nur ein Ziel: Schriftsteller zu werden.

Ein chaotischer Held, jung und mit vielen Träumen. Sein Manuskript, an dem er arbeitet, hat 1000 Seiten. Er schreibt in seiner kleinen Wohnung, einer Kellerwohnung auf dem Prenzlauer Berg, – ohne Tageslicht. Dorthin hat er sich zurückgezogen. Von Zeit zu Zeit taucht Gustav auf, sein Kumpel. Dann geht es durch die Nacht: Clubs, Kneipen, Cafés, U-Bahn und wenig Schlaf, aber viel Rausch.

Ein neuer Blick

Hier schreibt ein Autor der neuen Generation, über die Ängste seiner Generation und über die Suche nach Sinn. Irgendwie kennt man das, ein altes uraltes Thema, aber Benedict Wells hat seinen eigenen Sound und so entwickelt das Buch einen Sog; sieben Tage Berlin, aus den Augen eines jungen Menschen. Ein neuer Blick, ein neuer Ton – der Sound der Sinnlosigkeit. Lesen!